
langsam, zögerlich bewegen sie sich. große winterstiefel, dick gefüttert und schön warm sehen sie aus. tappsen weiter, drehen sich, gehen zwei, drei schritte zurück. in den viel zu großen stiefeln steckt ein viel zu kleiner mensch, etwas unförmig anzuschauen in seinem ebenfalls zu großen anorak, den reißverschluß bis zur nasenspitze hochgezogen, die strickmütze tief über die ohren und beinahe auch über die augen. die aber schauen lebendig und begeistert aus über der roten nase, die ein wenig vor sich hin trieft. es gibt ja auch so viel zu sehen und zu untersuchen im schnee, fremde, unheimliche und gefährliche spuren. von exotischen tieren, tiger mindestens, saurier gar. und von grauslichen monstern, yetis wahrscheinlich. seinem tapferen auge aber bleibt nichts verborgen. genau untersucht und folgt er den spuren, bis sie sich am schneefreien asphalt verlieren. die übergangsstellen markiert er mit seiner stiefelspitze, kratzt und tritt sich durch die verharschte schneedecke, setzt sein heldenzeichen, dem feind zur warnung. oh ja, er passt auf uns alle auf, sicher fühle ich mich, ER ist ja da.
nur seine mutter schert das nicht, wenn er nachher mit stundenlanger verspätung von der schule nach hause kommt. sie schimpft, sie tobt, sie straft. ihr ist der doofe spinat wichtiger, als der - dank seiner bloßen präsenz - gerade noch verhinderte untergang.
sie ist eine von denen, vermutet er.
pro_jektion - am Donnerstag, 26. Februar 2004, 14:00
eria meinte am 26. Feb, 15:12:
wunderschön zu lesen. danke.
pro_jektion antwortete am 26. Feb, 15:32:
jetzt danke ich! -))